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Grosspylon vor Einkaufszentrum

Die Grosspylone wurde in einer Tagesbaustelle fundiert: Dazu werden 8 Schraubfundamente von 3.0 m Länge in das Erdreich eingedreht. Damit keine Leitungen umgelegt werden mussten, wurden die Einbaupunkte genau in den Zwischenräumen eingebaut. (Referenzblatt öffen)

 

Samnaun: Bogentafel auf Skipiste – Schraubfundamente statt Beton

Das Skigebiet Samnaun rüstet auf: Mit vier grossflächigen Bogentafeln von über sechs Meter Höhe werden die Touristen im Grenzgebiet zu Ischgl begrüsst, informiert und geleitet. Statt mit herkömmlichen Betonfundamenten basiert die Verankerung der enormen Windlasten auf Schraubfundamenten. Ein Montagebericht.

Die Herausforderung war gross: Musste doch die durch eine Windlast von 5.13 kN/m2 hervorgerufene Kraft am Stützenfuss von über 170 kNm, statt mittels 30 Tonnen Betonfundament, mit Schraubfundamenten und einer Stahlkonstruktion in den Baugrund übertragen werden. Eine Lösung musste her; insbesondere die speziellen Anforderungen einer Gebirgsmontage wollten berücksichtigt werden. Denn betonlos im Gebirge zu bauen, ist nicht gerade alltäglich.
Nach einem ersten Ortstermin Ende August und der Auftragserteilung konnte mit der Detailplanung und Vorbereitung begonnen werden. Die Zeit drängte enorm, denn mit jedem Tag stieg das Risiko, dass Schnee fällt. Das Fundationskonzept basierte auf zwei unabhängigen Einzelsystemen für die beiden Pylonenfüsse. Dazu wurden jeweils 4 Fundamente mit einem Adaptersystem verbunden. Wichtig war, dass die Setztoleranzen der vier Einzelfundamente auch unter erschwerten Bedingungen (Fels-Imlochbohren) korrigiert werden konnten. Zudem musste die Logistik auf dem Bau möglichst einfach gehalten werden, d.h. die Teile mussten ohne Hebe-Hilfsmittel versetzt werden können.
Die ursprüngliche Idee, einen Schreitbagger mit dem Bagger-Anbaugerät auszurüsten, wurde verworfen, da die Zugänglichkeit zu den einzelnen Einbauorten auch mit dem Raupen-Eindrehgerät möglich war.
Zudem vertraute das KRINNER-Team auf eine „just-in-time“ Produktion der Adapter: Am ersten Montagetermin (Montag, 10. September 2012) wurden nach Wochenend-Arbeit eines Subunternehmers die Einzelteile des Adapters in die Verzinkerei geliefert.

Vor dem Schneesturm
Am Montagmorgen begann die Operation „betonloser Fundamentbau im Hochgebirge“: Eindrehgerät, Schraubfundamente und Werkzeuge wurden mit dem Gebirgstransporter auf die erste Baustelle auf nahezu 2800 m.ü. Meer transportiert. Das Einmessen der Einbaupunkte mit einer transparenten Schablone bewährte sich gut. Bei einem Teil der Einbaupunkte musste der Fels mit Imlochbohrer vorgebohrt werden; die Schraubfundamente wurden daraufhin mit Bohrgut im Felsloch beim Eindrehen verpresst. Am Dienstagabend  konnten das Bauteam bei einem aufziehenden Schneesturm das letzte der 32 Fundamente (Typ KSF M 89x2100-M24) erfolgreich setzen!
Da die verzinkten Adapter erst am Mittwoch – nach Wochenend-Arbeit und Verzinkerei – in Samnaun eintrafen, musste eine Pause eingelegt werden. Um diese Zwangspause waren alle froh, der andauernde Schneefall kleidete die Umgebung weiss ein.
Die Montage der Adapter am Donnerstag – bei nachlassendem Schneefall – lieferte die Bestätigung: Die Einbaupunkte waren so genau, dass nicht einmal auf sämtliche „Flexibilitäten“ des Adaptersystems zurückgegriffen werden musste. Allerdings wäre ohne die hervorragende logistische Unterstützung der Bergbahnen (z.B. mit einem riesigen Schaufelbagger als Schneeräumer) der Zugang zu den Einbauorten nicht mehr möglich gewesen.
Als wichtigstes Resultat verfügt das KRINNER-Team heute über ein praxiserprobtes, modulares, sehr flexibles und trotzdem kostengünstiges Adaptersystem. Dies erlaubt es, auch unter äusserst schwierigen Bedingungen hohe Kräfte punktgenau aufzunehmen und auf die Schraubfundamente zu übertragen. Mit der nun in der Praxis umgesetzten Lösung brauchte es statt 30 Tonnen Beton weniger als 1 Tonne Stahl. Auf Helikopter-Flüge konnte verzichtet werden.

 

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